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Kein umfassender Hochwasserschutz am Lauerzersee!

Am Donnerstagabend, 28. April führte der Kanton eine öffentliche Info-Veranstaltung zum Thema "Hochwasser am Lauerzersee" durch.

 

Regierungsrat Sandro Patierno, Vertreter vom Amt für Umweltschutz und Gemeindevertreter informierten dabei über den, für viele Anwohner, leider sehr negativ ausgefallenen Projektentscheid zum Hochwasserschutz am Lauerzersee.

Kurz gefasst:  Die Regierung wird keine Regulierung des Lauerzersees umsetzen (z.B. Stollenbau). Nur der Objektschutz (Variante 7a) einiger Liegenschaften am See wird mit 1.5 Mio Franken unterstützt. Zudem soll für zirka 13.5 Mio die Seeweren vom Bauernhof abwärts teilweise ausgebaut werden. Details zu diesen Plänen, wie etwa der Zeitplan, sind noch nicht bekannt. Dem Kanton seien de facto die Hände gebunden, weil mit dem Moorschutz ein Bundesgesetz in die Gewässerhoheit des Kantons hineingreift.

Trotz dieser negativen Nachricht, gab es am Ende dennoch das Versprechen seitens RR Patierno und Hr. Bommer, dass versucht werden soll, die Kiesentnahme in der Steiner Aa Mündung wieder zu ermöglichen. Die IGL hofft jetzt, dass zumindest das Ausbaggern und Bewirtschaften des Geschiebes in der Steineraa Mündung umgesetzt werden kann, da dies einem anderen Anliegen der IGL, der Verhinderung der schnell fortschreitenden Verlandung des Lauerzersees, entgegen wirkt. 

Zusätzliche Informationen können auch dem nachfolgend aufgeschalteten Bericht vom "Bote der Urschweiz" entnommen werden.

 


 

Bericht aus dem "Bote der Urschweiz" vom Freitag, 29. April 2022
Redaktion: Jürg Auf der Maur

 

Die Seewern wird bis zur Muota-Mündung breiter und «flüssiger»

Die Schwyzer Regierung legt ihre Pläne zum Hochwasserschutz Lauerzersee auf den Tisch. Die betroffenen Gemeinden sind zufrieden.

Seit rund zwölf Jahren beschäftigt sich der Kanton Schwyz intensiv mit dem Hochwasserschutz Lauerzersee. Verschiedenste Studien wurden ausgearbeitet, ein halbes Dutzend Varianten angedacht. Nun geht es einen Schritt weiter.

Umweltdirektor Sandro Patierno und Christian Bommer, Leiter Amt für Gewässer, legten gestern in Seewen und im Kaltbach ihre Pläne auf den Tisch. Nun ist nämlich der Variantenentscheid gefallen, den der Kanton zusammen mit den Anrainergemeinden ins Auge fasst. «Nur nichts machen, war keine Option», stellte Regierungsrat Patierno bereits einleitend klar.

Patierno präsentiert neue «Bestvariante»

Realisiert werden soll nun die neue «Bestvariante». Konkret soll mit der Variante 7a der Objektschutz angepackt werden. Die Regierung will sich mit 1,5 Millionen Franken beteiligen und Liegenschaftsbesitzer beraten, wie sie sich und ihre Häuser vor allfälligem Hochwasser schützen können. Es geht dabei um 41 Liegenschaften in Lauerz und Unterseewen, für die diesbezüglich noch Handlungsbedarf besteht. Einige Hausbesitzer in Lauerz und vier jeweils vom Hochwasser Betroffene auf Steiner Gemeindegebiet haben da aber schon gehandelt.

Die Variante sieht aber auch eine Erweiterung vor. Ab dem Restaurant Bauernhof bis zur Muota-Mündung soll die Seewern teilweise verbreitert oder an neuralgischen Punkten ausgebaut werden, damit die Abflussmenge erhöht werden kann. Wie das genau geschehen soll, wird nun abgeklärt. Das Projekt dürfte Kosten in der Höhe von rund 13,5 Millionen Franken verursachen.

«Die baulichen Massnahmen sind minim, der Landverbrauch verhältnismässig», erklärte Bommer zur sogenannten «Bestvariante». Langfristig sollte der Bund auch Massnahmen auf der Autobahn zwischen Chämiloch und Zingel ergreifen. Bedauert wurde von den Behörden, dass das Bundesamt für Strassen (Astra) das nicht schon mit der kürzlich durchgeführten Sanierung machte.

«Ich wollte eine umfassende Lösung», erklärte Patierno. Einfluss auf das Vorgehen hatte nicht zuletzt auch, dass der Bund 2017 die Schutzziele für BLN-Gebiete – der Lauerzersee gehört dazu – für eine Seeregulierung erschwerte. Die Umweltverträglichkeit wäre bei einer Regulierungsvariante nicht gegeben. Eine wirksame Seeregulierung wäre somit mit dem Landschaftsschutz und der Biosphäre nicht vereinbar.